Maßnahmenkatalog für Privatheit im Smart Home

Eine praxisnahe Orientierung, welche Entscheidungen, Einstellungen und Absprachen im Haushalt helfen, Privatsphäre im gesamten Gerätelebenszyklus zu schützen.

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Wofür dieser Katalog gedacht ist

Der Katalog unterstützt Haushalte dabei, Smart-Home-Technik informierter auszuwählen, gemeinsam zu nutzen und datensparsam zu betreiben. Die Maßnahmen sind entlang des Produktlebenszyklus geordnet, damit klar wird, was vor dem Kauf, während der Installation, in der Nutzung und bei der Entsorgung wichtig ist.

Soziale Maßnahmen sind Absprachen, Transparenz und faire Beteiligung im Haushalt. Technische Maßnahmen sind konkrete Einstellungen und Sicherheitspraktiken an Geräten, Apps und Netzwerken. Mitbetroffene sind alle, deren Alltag oder Daten durch die Geräte mit erfasst werden können, z. B. Mitbewohnende, Kinder, Gäste oder häufige Besucher:innen.

Produktlebenszyklus

Phase 1: Vor dem Kauf

7 Maßnahmen
  • Eigene Rechte gegenüber Vermieter:innen oder anderen Entscheidungsträger:innen kennen.
  • Ein Konsens-Protokoll schon vor dem Kauf ansprechen und Mitbetroffene früh einbeziehen. Zum Konsens-Protokoll
  • Erwartungen an Transparenz und Mitsprache im Haushalt vorab klären.
Technisch
  • Prüfen, ob ein Gerät überhaupt smart sein muss oder eine weniger vernetzte Alternative ausreicht.[1][3][4]
  • Vorab vergleichen, welche Daten das Produkt erhebt, welche App benötigt wird und wer auf Einstellungen zugreifen kann.[1][2][3][4]
  • Prüfen, ob das Gerät offline oder ohne Cloud-Anbindung betrieben werden kann.[1][3][6]
  • Beim Kauf auf ein IT-Sicherheitskennzeichen oder unabhängige Produkttests achten.[4][7]
Sicherheitspraktiken

Allgemeine Sicherheits-Basics ergänzend zum Lebenszyklus

Diese Maßnahmen sind nicht auf eine einzelne Phase begrenzt. Sie schaffen eine belastbare Sicherheitsbasis für den alltäglichen Betrieb und für den verantwortlichen Umgang mit Smart-Home-Daten.

Allgemeine Sicherheitspraktiken für Verbraucher:innen

Sicherheitsroutinen im Haushalt ergänzen die phasenbezogenen Maßnahmen und reduzieren Risiken im laufenden Betrieb.

  • Im Haushalt klar festlegen, wer Updates, Backups und Konten im Blick behält.
  • Zugriffe und Sicherheitsänderungen regelmäßig gemeinsam überprüfen.
  • Auffälliges Geräteverhalten (unbekannte Apps, unerwartet hoher Datenverbrauch, selbständiges Ein-/Ausschalten) im Haushalt offen ansprechen und gemeinsam reagieren.[2]
Technisch
  • Separates IoT- oder Smart-Home-WLAN für vernetzte Geräte nutzen.[1][3][4]
  • Wo sinnvoll VPN, Firewall und Mehrfaktor-Authentifizierung einsetzen.[1]
  • Passwortmanagement, Sperrbildschirme und aktuelle Sicherheits-Updates konsequent nutzen.[1][2][3][4]
  • Voreingestellte Standardpasswörter sofort durch individuelle, starke Passwörter ersetzen.[5][6][7][8]
  • Backups und Sicherheitssoftware als feste Routine einplanen.
  • Automatische Sicherheitsupdates aktivieren, sofern vom Hersteller angeboten; Geräte ohne Update-Support vom Netz trennen.[2][5]

Quellen

  1. BSI – Smarthome sicher einrichten
  2. BSI – Smart-TV: So nutzen Sie Apps, Streaming & Co. sicher
  3. BSI – Smarter Staubsauger: Saugroboter sicher nutzen
  4. BSI – Smarte Kühlschränke sicher nutzen
  5. BSI – Wearables: So nutzen Sie Fitnesstracker, -armbänder & Co. sicher
  6. BSI – Smart Speaker: So nutzen Sie den (Sprach-)Assistenten sicher
  7. BSI – Smarte Überwachungskamera: So nutzen Sie die Schutzvorkehrung sicher
  8. BSI – Smart Toys: So nutzen Sie smarte Teddys, Autos & Co. sicher